D-VITAMIN – DAS SONNENVITAMIN

Text Dr. Carsten Vagn-Hansen

Streng genommen ist Vitamin D eigentlich kein Vitamin, da wir es in unserem eigenen Körper selber bilden, sobald die UV-Strahlung des Sonnenlichts auf unsere Haut trifft. Vielmehr ist es ein Hormon, welches in der Haut gebildet wird, auf Basis des Cholesterins. Damit wir genügend Vitamin D3 bilden können, muss die Sonnenstrahlung intensiv sein und sie muss direkt auf unsere Haut einwirken. Daher kommt es in den nördlichen Gebieten eher zu Mangelerscheinungen, Gebieten, in denen die Sonne nur genügend im Sommer scheint. Zudem dürfen wir keine Angst, uns mit unserer blassen nordischen Haut der Sonne auszusetzen.

Je weiter nördlich Sie gehen, desto wichtiger ist es, Ihr Vitamin D aus anderen Quellen, wie z.B. aus ölreichem Fisch, zu gewinnen.

D3 IST EIN PROHORMON


Nachdem Vitamin D3 in der Haut gebildet worden ist, trägt der Blutstrom es zur Leber, in der es in das Prohormon Calcidiol umgewandelt wird. Von dort geht die Reise weiter zu den Nieren und zu den großen weißen Blutkörperchen, in denen es in Calcitriol umgewandelt wird, der biologisch aktiven Form von Vitamin D. Calcitriol wird dann mit Hilfe eines Träger-Proteins im Plasma durch den Körper transportiert, da die meisten Organe über Vitamin-D-Rezeptoren verfügen.

Während der dunklen Nordwinter leiden die meisten Menschen unter einem zu niedrigen Vitamin D3-Spiegel, was zu einem erhöhten Risiko für eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden führt. Ein Vitamin-D3-Defizit schwächt das Immunsystem. Es ist daher am besten, sich zur Gewohnheit zu machen, jeden Tag eine Dosis einzunehmen, damit Sie dies nicht vergessen.

Das ideale Spiegel m Blut liegt bei 107,5 mol pro Liter. Das würde für die meisten Menschen im Winter einer täglichen Dosis von 70-105 Mikrogramm Vitamin D3 entsprechen. Vitamin D3 ist fettlöslich. Daher kann es vom Vorteil sein, es in Verbindung mit einer fettreichen Hauptmahlzeit zu nehmen.

Denken Sie daran: Die Einnahme von natürlichen Vitamin D3 ist vollkommen sicher. Sie können die Dosis sogar für kurze Zeit um ein Vielfaches erhöhen, um z. B. eine Grippe zu bekämpfen.

EFFEKTE


Das Wissen über die Auswirkungen von Vitamin D auf die Organe und Funktionen des Körpers ist in der letzten Zeit gestiegen. Wenn Sie Krankheiten verhindern und Ihre Vitalität steigern wollen, sollte sich der Vitaminspiegel im oberen Bereich des Normalbereichs befinden. Menschen mit chronischen Erkrankung haben oft zu wenig Vitamin D3 in Ihrem Blut, aber es sind nicht nur der Körper und seine Organe, die dann eines Ergänzungsmittels bedürfen: Das Gehirn braucht auch Vitamin D3 als Ergänzungsmittel, da dieses bei einigen psychischen Erkrankungen hilft.

Vitamin D3 ist schon von Anfang an ein lebenswichtiges Vitamin. Das Vitamin hat einen großen Einfluss auf die menschliche Fähigkeit, sich fortpflanzen zu können. Es nimmt eine wichtige Stellung bei der Entwicklung des Fötus in der Gebärmutter ein. Vitamin D3 stärkt sowohl den Fötus und als auch das Skelett der Mutter, da Vitamin D unerlässlich für die Calcium-Absorption ist. Bei schwangeren Frauen kommt es sehr häufig zu einem Vitamin D-Mangel. Ein zu geringer Vitamin D-Spiegel birgt ein fünffach erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Schwangerschaftsvergiftung. Die Einnahme von Vitamin D stärkt das Immunsystem in der Plazenta durch die Stimulierung des antibakteriellen Peptids Cathelicidin. Dieses wiederum reduziert das Risiko von Entzündungen und viralen Infektionen der Plazenta.

KNOCHEN UND MUSKELN


Mehrere wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass anhaltende Muskel- und Skelett-Schmerzen oft durch Mangel an Vitamin D verursacht werden. Eine Studie an 150 Patienten beider Geschlechter mit anhaltenden Muskel-Skelett-Schmerzen ergab, dass 93 Prozent der Probanden, unabhängig von Geschlecht, einen niedrigen Vitamin D3-Spiegel besaßen.

Viele andere Studien haben auch gezeigt, dass ein Mangel an Vitamin D zu Problemen und Schmerzen in den Knochen und Muskeln führen kann. Zum Beispiel konnten Forscher aus Saudi-Arabien in einer Studie an 360 Patienten einen Vitamin D-Mangel mit chronischen Rückenschmerzen in Verbindung bringen. Alle Patienten erhielten drei Monate lang hohen Vitamin D-Dosen und berichteten über deutlich reduzierte Schmerzen.

Es liegt scheinbar der Schluss nahe, dass jede, der über chronische Muskel- und Skelett-Schmerzen klagt, seinen Arzt darum bitten sollten, den Vitamin D-Spiegel festzustellen. Auch junge Menschen sind in Gefahr, falls Sie an einem Vitamin-D3-Mangel leiden: Eine finnische Studie anhand von Calcidiolin bei heranwachsenden Mädchen zeigte, dass viele Mädchen einen zu geringen Vitamin D3-Spiegel im Blut besaßen, ein Befund, der u.a. das Risiko von Osteoporose im Erwachsenenalter erhöhen kann.

HERZ UND KREISLAUF


Vitamin D wird auch für das Herz und die Durchblutung benötigt. Vitamin D3 verhindert die Oxidation von Cholesterin. Das wiederum stärkt das Herz, senkt den Blutdruck und beugt der Arteriosklerose vor. 39 Prozent der (anscheinend) gesunden Dänen besitzen verkalkte Koronararterien. Daher besitzen diese ein doppelt so hohes Risiko, dass sich Blutgerinnsel im Herzen ausbilden.

Im Allgemeinen beugt Vitamin D3 Infektionen oder ähnlichen Entzündungen vor, welche die Ursache vieler Krankheiten sind. Ein zu geringer Vitaminspiegel kann auch das Risiko für die Ausbildung eines metabolischen Syndroms verdreifachen, dem Vorläufer zu Diabetes. Durch die Gabe von Vitamin D kann die Blutzuckereinstellung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes verbessert werden.

GUTES UND LANGES LEBEN


Wie lange wir leben, hängt teilweise von unseren Telomeren ab, dem Teilbereich der Chromosomen, die sich mit dem Alter verschlechtern. Britische Forscher haben gezeigt, dass Frauen mit einem hohen Vitamin D-Gehalt im Blut auch längere Telomere besitzen, was bedeutet, dass sich Zellen häufiger teilen können. Somit wird der Alterungsprozess verlangsamt. Vitamin D3 stärkt die Knochen, das Herz und die Muskeln, sodass die Verletzungen bei Stürzen vermieden werden können. Somit leben Sie länger bei einer besseren Lebensqualität. Eine Studie hat gezeigt, dass die Notwendigkeit, dass Senioren in eine betreute Wohnanlage wie ein Seniorenheim ziehen müssen, durch die Gabe von Vitamin D um sieben Jahre nach hinten verschoben werden kann.

DER DOKTOR


Der dänische Arzt Carsten Vagn-Hansen arbeitete 18 Jahre lang als Hausarzt sowie als Dozent und Kursleiter für das zentrale Weiterbildungssystem seines Landes. Von 1979-1982 war er Präsident der Internationalen Gesellschaft für Allgemeinmedizin. Darüber hinaus erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den internationalen Naturmedizin-Ehrenpreis. Er ist Autor zahlreicher Bücher zu Gesundheit und Wohlbefinden. Im Dänischen Rundfunk sowie im Fernsehen ist er als Radio- und Fernsehdoktor aufgetreten.

Neben seiner Tätigkeit als Gesundheitsberater, Redner und selbsternannter „Reisender Verkäufer für die Gesundheit“ ist er als Autor für die EQ-Zeitschrift tätig.

Weitere Informationen finden Sie dazu auf seiner Webseite RADIODOKTOREN.DK