MEDITATION – LEISTUNGSFÄHIGERES GEHIRN BEI INNEREM FRIEDEN

Geheimnisvolles und religiöses Mantra? Oder reine Psychologie und ein westlicher Lebensstil? Es gibt viele verschiedene Formen der Meditation, aber sie scheinen alle die gleiche Wirkung zu haben.

Text Astrid Schaug

Übung macht den Meister – auch in Sachen Entspannung.

Was ist Meditation?


Meditation wird oft mit östlichen Traditionen und Religionen wie Buddhismus und Hinduismus in Verbindung gebracht, aber auch im Christentum hat Meditation eine lange Geschichte. Das Wort selbst kommt vom lateinischen Wort meditatio, was „Akt des Denkens über etwas“, „reflektieren“ oder ähnliches bedeutet.

Meditation ist ein Sammelbegriff für systematisch angewandte mentale und körperliche Übungen, deren Ziel es ist, die Fähigkeit, einen bestimmten mentalen Zustand zu erreichen (und zu erhalten), zu üben und später zu erhalten. Welcher mentale Zustand gewünscht ist, differiert je nach den verschiedenen Meditationsarten, aber typische Ziele sind eine oder mehrere der folgenden: Entspannung (physisch und psychisch), Befreiung von unkontrollierten Gedanken und damit erhöhte Konzentration, mehr Einsicht und Verständnis der Welt, ein emotionaler Bruch mit dem Alltag.

Die dazu verwendeten Methoden variieren ebenfalls je nach Art der Meditation, können aber beinhalten: Mantras, sensorische Übungen (z.B. Visualisierung), Fantasiereisen, Affirmationen, Atemfokus, Konzentration, Kontemplation, freie Assoziation und Entspannung.

Westliche Meditation


In den letzten zehn Jahren hat sich Mediation im Westen weit verbreitet – teils als diverse Formen buddhistischer Meditation und teilweise als auf Yoga basierende Meditationstechniken ohne religiöse Inhalte. Die gebräuchlichste, nichtreligiöse Meditationstechnik in der nordischen Region ist die Acem-Meditation. Acem Meditation ist eine norwegische Methode für Entspannung und persönliches Wachstum. Die Methode ist neutral, nicht religiös und nicht geheimnisvoll. Sie basiert auf westlicher Psychologie und Lebensweise. In der Acem-Meditation wiederholen Sie einen Meditationston geistig ohne Anstrengung, während Gedanken und Eindrücke frei kommen und gehen können. Es gibt keinen Versuch, den Geist zu leeren. Acem Meditation wird zweimal täglich, 30 Minuten am Morgen und 30 Minuten am Nachmittag geübt. Acem ist eine norwegische Non-Profit-Organisation, die 1966 in Oslo gegründet wurde, um Acem Medidation zu unterrichten. Heute erlebt das Unternehmen mehr Wachstum außerhalb Skandinaviens als innerhalb. Acem ist auch in Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Großbritannien, Deutschland, Indien und Taiwan vertreten.

Menschen, die regelmäßig meditieren, entwickeln im Laufe der Zeit mehrere Falten und Furchen im Gehirn, wodurch dieses Informationen schneller verarbeitet.

Forschung


Studien zeigen, dass Meditation eine tiefere Entspannung als normale Ruhe gibt. Das liegt an den Wellen. Professor Øyvind Ellingens vom Department of Circulation and Medical Imaging (ISB) der Norwegian University of Science and Technology hat zusammen mit norwegischen und australischen Kollegen Gehirnströme von Menschen untersucht, die sich entspannen. Es gibt immer elektrische Aktivität im Gehirn, unabhängig davon, ob Sie wach sind oder nicht. Die Aktivität kann mit EEG (Elektroenzephalographie) gemessen werden. Die Testpersonen hatten lange Erfahrung mit Meditation. Sie wurden gebeten, sich 20 Minuten lang normal auszuruhen und dann 20 Minuten lang zu meditieren. Während beider Sitzungen trugen sie EEG-Hauben zur Messung der Schwankungen ihrer Gehirnwellen.

Es gibt fünf normale Arten von Gehirnwellen: Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- und Thetawellen. Die verschiedenen Wellen schwingen mit unterschiedlichen Frequenzen, je nachdem, welche Aktivitäten im Gehirn ablaufen. Die Belastung ist bei Thetawellen geringer. Als die Testpersonen meditierten, waren die Thetawellen am hervorstechendsten. Diese Art von Wellen wird höchstwahrscheinlich durch eine ruhige Aufmerksamkeit verursacht, die innere Impulse registriert. Es gab große Unterschiede zwischen Meditation und normaler Entspannung.

Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Menschen mit langer Meditationserfahrung prominentere Thetawellen erzeugten. Das könnte darauf hindeuten, dass Übung den Meister macht, – auch in Bezug auf Entspannung.

Die Alphawellen sind während der Meditation stärker ausgeprägt als die Entspannung. Sie sind charakteristisch für einen wachen Ruhezustand. Diese Art von Welle wird seit vielen Jahren als Maß für die Entspannung verwendet, sowohl während der Meditation als auch allgemein. Die Wellen nehmen zu, wenn das Gehirn nicht mit gezielten Übungen beschäftigt ist.

Studien deuten darauf hin, dass der normale Ruhezustand des Geistes ein ruhiger Strom von Gedanken, Bildern und Eindrücken ist, der nicht durch sensorischen Input und gezieltes Denken entsteht, sondern spontan „von innen“ kommt. Beim Meditieren wird man sich dieser spontanen Reaktion stärker bewusst. Wissenschaftler glauben, dass es einen Grund gibt, an eine Form der mentalen Verdauung oder psychologischen „Stressverarbeitung“ zu glauben, die verschiedene Eindrücke verbindet und in einen Zusammenhang stellt. Beim Schlafen entstehen normalerweise die Deltawellen. Fast keine Deltawellen wurden während der Entspannung und Meditation gemessen, was bestätigt, dass sich die Meditation vom Schlaf unterscheidet.

Effekte


Studien, die sich auf die Auswirkungen verschiedener Meditationsformen konzentriert haben, legen nahe, dass psychische Probleme wie Angst und Depressionen reduziert werden können. Normale Ergebnisse der Acem-Technik sind besserer Schlaf, erhöhte Konzentration, weniger Schmerzen und mehr Energie. Langfristig führt das Praktizieren von Acem zu mehr Selbstbewusstsein und persönlichem Wachstum, wird behauptet.

Meditation gegen Schmerzen


Mehrere Studien deuten darauf hin, dass Meditation bis zu einem gewissen Grad Schmerzen lindern kann. Beim Meditieren lenkt man die Aufmerksamkeit auf besondere Weise. Nach einigem Üben wird man sich besser entspannen können und dadurch wird das Schmerzempfinden oft reduziert, sagt Ellingens.

– „Bisher wurde keine der verschiedenen Methoden der Meditation verglichen, aber aufgrund der Erfahrungen von Menschen, die verschiedene Methoden studiert haben, kann davon ausgegangen werden, dass die Wirkung auf das Gehirn ungefähr gleich ist“, sagt Øyvind Ellingens.

Das Gehirn verändert sich


Frühere Studien der UCLA (University of California, Los Angeles) zeigen, dass Mediation das Gehirn dicker macht (auf positive Weise) und den Kontakt zwischen den Gehirnzellen stärkt. Vor kurzem wies ein neuer Bericht der UCLA auf einen weiteren Vorteil hin: Menschen, die regelmäßig meditieren, entwickeln im Laufe der Zeit mehrere Falten und Furchen im Gehirn, wodurch es Informationen schneller verarbeitet, Entscheidungen schneller trifft, Erinnerungen schafft etc. Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Jahre mit der Meditation und wie sehr sich das Gehirn verändert hat. Der Artikel ist in Frontiers in Human Neuroscience erschienen.

Quellen:


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arrowMedicalnewstoday.com

arrowStud.Acem.no